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X-WR-CALDESC:Veranstaltungen im Richard-Wagner-Verband Bonn e.V.
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SUMMARY:Musik\, Gedächtnis und Politik
DESCRIPTION:Durch dieses Konzert will das französische Forum Voix Etouffées (Forum Erstickte Stimmen) verschiedene Aspekte des Engagements der Musikschaffenden gegen Tyrannei und Menschenrechtsverstöße vorstellen: Eislers Antwort zum Nazismus\, Burian als deportiertem Widerstandskämpfer\, Amaury du Closel und Lior Navok über die Shoah\, Berios Trauermusik für Martin Luther King … \nSeit 2002 beschäftigt sich das vom Dirigenten Amaury du Closel gegründete Forum mit der Wiederentdeckung von Komponisten und ihrer Werke\, die vom Nazismus und den anderen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts ausgemerzt wurden. Diese Erinnerungskultur soll jedoch nicht von den heutigen politischen Realität getrennt werden. Es handelt sich im Gegenteil darum\, die Verbindungen zwischen einer ziemlich frischen Vergangenheit und zum Beispiel der erschreckenden Entwicklung des Antisemitismus in europäischen Ländern zu erklären\, wo die Shoah eine bittere Geschichte bleibt. Musik kann in diesem Fall ein Bildungswerkzeug sein\, sie kann und soll von der Geschichte des Holocausts in einer Zeit zeugen\, wo fast alle Überlebende gestorben sind. \nDieses Engagement der Musikschaffenden gilt auch in vielen anderen Bereichen des politischen Lebens: Eisler als Mitstreiter der KPD kämpft während der zwanziger Jahre mit seinen Liedern gegen den Rassismus und den Kapitalismus. Seine Exilkantaten über Texte von Ignazio Silone beschreiben den Zusammenbruch der humanistischen Werten unter der Diktatur\, Wolpe und Majakowski verlangen von den revolutionären Künstlern gar eine neue Lyrik für die Arbeiter. \nProgramm: \n\nStefan Wolpe : Lied op. 7 Nr 2 : Dekret Nr 2 : An die Armee der Künstler (Majakovsky)\nLuciano Berio : O King\nHanns Eisler : Kantate im Exil\nHanns Eisler : Die römische Kantate\nAmaury du Closel : Stolpersteine (Deutsche Uraufführung)\nEmil Burian : Suite américaine\nLior Navok : Found in a Train Station\nHanns Eisler : Ballade von Nigger Jim\nHanns Eisler: Song von Angebot und Nachfrage\n\nMitwirkende: \n\nOrchestre Les Métamorphoses\nMaria Ostroukhova\, Mezzo-Sopranistin\nDirigent: Amaury du Closel\n\n  \nMaria Ostroukhova: Die in Moskau geborene russische Mezzo-Sopranistin Maria Ostroukhova absolvierte ihre musikalische Studien am Moskauer Tchaikovsky Staatskonservatorium in Klavier\, Clavicembalo und basso continuo\, dazu Gesang im Royal College of Music\, London. Sie begann ihre internationale Karriere 2015\, als sie den Michael Oliver Preis des London Händel Wettbewerbs gewann. Seitdem hat sie die folgenden Rollen gesungen : Isabella L’ITALIANA IN ALGERI   an der Ópera de Tenerife und am  Teatro Comunale di Bologna\,  Dardano AMADIGI beim London Handel Festival\, Ottavia L’INCORONAZIONE DI POPPEA beim Longborough Festival\,  Bradamante ALCINA beim Lammermuir Festival und Ryedale Festival Opera\, Albino in Johann Hasses I pellegrini al Sepolchro di Nostro Signore an der Moskauer Tchaikovsky Philharmonie\, Emirena in Pergolesis ADRIANO IN SIRIA im Cadogan Hall\, Mozarts Requiem in St. Martin in the Fields und Les Noces mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko. \nAmaury du Closel: Der französische Dirigent\, Komponist und Musikpublizist mit Wahlheimat Wien studierte Komposition bei Max Deutsch – einem Schüler von Arnold Schönberg – und Dirigieren bei Alexandre Myrat\, Karl Oesterreicher und Sir Charles Mackerras in Wien. 1985 gewann er  den Internationalen Wettbewerb für junge Dirigenten “Masterplayers” in Lugano. Er absolvierte auch Jura- und Philosophiestudien. Seitdem pflegt er die Zusammenarbeit mit zahlreichen Orchestern\, u.a. in Polen\, Korea\, Italien\, Frankreich\, Griechenland\, Deutschland\, Österreich und der Tschechischen Republik. Als Gast dirigiert er auch bedeutende Orchester wie die Enescu Philharmonie und die National- und Kammerorchester des Rumänischen Rundfunks in Bukarest\, die Sofia Philharmonie\, den Nürnberger Symphoniker\, das Thessaloniki Staatssinfonieorchester\, die Straßburger Philharmonie\, The Qatar Symphonic Orchestra\, die Varna Staatsoper … Zur Zeit ist Amaury du Closel Musikdirektor der französischen Opernkompanie Opéra Nomade und musikalischer Leiter einer Opernakademie\, der L’Académie Lyrique. Er ist auch künstlerischer Leiter des Festival Erstickte Stimmen in Straßburg. \n2005 veröffentlichte er unter dem Titel Die erstickte Stimmen des Dritten Reiches – Entartete Musik ein umfassendes Buch über die vom Nazismus vertriebenen Komponisten\, das im selben Jahr den Preis des besten Aufsatzes über Musik von der Französischen Musikkritik empfing und das ins Deutsche und Rumänische übersetzt worden ist. Er gründete auch das Forum und Ensemble Erstickte Stimmen\, um die Kenntnisse über diese Komponisten und ihr Werk zu verbreiten\, mit welchem er schon mehr als 300 Konzerte in Frankreich\, Deutschland\, Österreich\, Litauen\, Rumänien\, Bulgarien\, Griechenland und Polen (besonders in Auschwitz) veranstaltet hat. Sein letztes Werk Stolpersteine wurde im Oktober 2021 vom Orchestre Les Métamorphoses in Paris uraufgeführt und auf CD aufgenommen. Vor Kurzem hat er Cellokonzerte von Saint-Saëns und Elgar mit der koreanischen Cellistin Meehae Ryo und den Nürnberger Symphonikern auf CD für Deutsche Grammophon aufgenommen. \nOrchestre Les Métamorphoses: \n\nHyowon Chi\, Flöte\nPierre Verneyre\, Klarinette und Bass-Klarinette\nEudes Bernstein\, Saxophon und Klarinette\nMatthieu Magnin\, Trompete\nThomas Tacquet-Fabre\, Piano\nMichaël Serra\, Geige\nValentine Garilli\, Bratsche\nPierre Avédikian\, Violoncello\nWim Hoogewerf\, Mandoline\nJean-Philippe Beaufreton\, Schlagzeug\n\n  \nEintritt frei\nIn Zusammenarbeit mit Colloquium Humanum\, Johannes-Wasmuth-Gesellschaft und anderen Kooperationspartnern \nGefördert durch das Kulturförderprogramm der Europäischen Union \n
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